Oberkörper einer Person in grauem T-Shirt, die mit beiden Händen den Bauch hält, darüber eine schematische Darstellung des Darms mit rotem Leuchten im Bereich des Bauchs

Divertikulitis und Divertikelkrankheit: Symptome, Ernährung und Behandlung im Überblick

Haben Sie schon einmal von Divertikeln gehört? Diese kleinen Ausstülpungen im Darm bleiben oft unbemerkt, können aber auch Beschwerden verursachen. In diesem Artikel erfahren Sie, was die Divertikelkrankheit und Divertikulitis sind, wie sie entstehen, welche Symptome auftreten können und wie Sie sich schützen können. Außerdem klären wir, ob es verlässliche Hausmittel gibt, die Linderung verschaffen.

Was sind Divertikel im Darm? Ursachen und Entstehung einfach erklärt

Divertikel sind kleine, beutelartige Ausstülpungen der Darmwand, hauptsächlich im Dickdarm. Stellen Sie sich winzige Taschen vor, die sich nach außen wölben. Aber wie entstehen sie? Mit zunehmendem Alter verliert unser Bindegewebe an Elastizität, wodurch die Darmwand schwächer wird. Eine ballaststoffarme Ernährung führt zu härterem Stuhl und erhöht den Druck im Darm. Wenn wir uns dann noch wenig bewegen, verlangsamt sich die Darmbewegung, was zu Verstopfung führen kann. Durch den erhöhten Druck im Darm können sich an den schwächsten Stellen der Darmwand dann solche Divertikel bilden.

Divertikulose, Divertikelkrankheit und Divertikulitis: Unterschiede verständlich erklärt

Vielleicht haben Sie den Begriff Divertikulose schon einmal gehört. Er bezeichnet das bloße Vorhandensein von Divertikeln ohne Beschwerden. Viele Menschen wissen nicht einmal, dass sie Divertikel haben. Wenn jedoch Symptome wie Bauchschmerzen oder Verdauungsprobleme auftreten, spricht man von einer Divertikelkrankheit. Entzünden sich die Divertikel, handelt es sich um eine Divertikulitis, die ernsthafte Komplikationen nach sich ziehen kann.

Eine Divertikulose ist weit verbreitet, besonders im höheren Alter. Nach Angaben des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen entwickelt etwa jede zehnte Person unter 50 Jahren bereits Divertikel im Darm. Bei der Bevölkerungsgruppe über 70 Jahre hat circa jede zweite Person Divertikel. Männer und Frauen sind ähnlich häufig betroffen. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich bestehende Divertikel innerhalb von 10 Jahren entzünden, liegt bei etwa einem Prozent – also jede 100. Person, die Divertikel im Darm hat, leidet statistisch gesehen, an einer Divertikulitis.

Divertikulitis Symptome und typische Divertikel Beschwerden erkennen

Die Symptome können variieren und hängen vom Schweregrad ab. Folgende Beschwerden können beispielsweise im Rahmen einer Divertikelkrankheit auftreten:

  • Bauchschmerzen: Meist im linken Unterbauch, können krampfartig sein.
  • Verdauungsstörungen: Verstopfung, Durchfall oder Wechsel zwischen beiden.
  • Blähungen und Völlegefühl: Unangenehmes Druckgefühl im Bauch.
  • Fieber und Unwohlsein: Bei Entzündungen möglich.

In schweren Fällen kann eine Divertikulitis zu starken Schmerzen, hohem Fieber und Komplikationen wie einem Darmdurchbruch oder Abszessen führen. Daher ist eine frühzeitige Diagnose entscheidend.

Ursachen und Risikofaktoren: Warum entstehen entzündete Divertikel?

Neben Alter und Ernährung gibt es weitere Risikofaktoren. Eine genetische Veranlagung kann das Risiko erhöhen, insbesondere wenn Divertikel in der Familie gehäuft auftreten. Übergewicht, vor allem im Bauchbereich, steht in Zusammenhang mit Divertikelerkrankungen. Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum können Entzündungen fördern und das Risiko erhöhen. Auch bestimmte Medikamente, wie nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR), können die Wahrscheinlichkeit einer Divertikulitis steigern.

Divertikulitis Behandlung: Therapie, Medikamente und Verlauf

Die Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad der Erkrankung. Bei einer symptomlosen Divertikulose ist meist keine direkte Behandlung nötig, jedoch wird eine Ernährungsumstellung empfohlen. Bei leichten Beschwerden können eine ballaststoffreiche Ernährung und ausreichende Flüssigkeitszufuhr helfen. Schmerzmittel und krampflösende Medikamente lindern die Symptome. Bei einer akuten Divertikulitis ist oftmals eine Antibiotika-Therapie erforderlich. In schweren Fällen kann ein Krankenhausaufenthalt mit Infusionen nötig sein. Wenn Entzündungen wiederholt auftreten oder Komplikationen entstehen, kann eine chirurgische Entfernung des betroffenen Darmabschnitts erforderlich werden.

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Divertikulitis Ernährung: Was essen bei Divertikel im Darm?

Ballaststoffreiche Ernährung ist der Schlüssel zur Vorbeugung. Ballaststoffe fördern die Verdauung und reduzieren den Druck im Darm. Vollkornprodukte wie Vollkornbrot, Haferflocken und Naturreis sollten regelmäßig auf Ihrem Speiseplan stehen. Obst und Gemüse, zum Beispiel Äpfel, Beeren, Brokkoli und Karotten, liefern nicht nur Ballaststoffe, sondern auch wichtige Vitamine und Mineralstoffe. Hülsenfrüchte wie Linsen, Kichererbsen und Bohnen sowie Nüsse und Samen wie Mandeln und Leinsamen sind ebenfalls hervorragende Ballaststoffquellen. Ein täglicher Ballaststoffkonsum von 25 bis 30 Gramm wird empfohlen. Achten Sie jedoch darauf, den Ballaststoffgehalt langsam zu steigern. Eine abrupte Umstellung kann Blähungen und Völlegefühl verursachen. Der Darm benötigt mehrere Wochen, um sich auf einen höheren Ballaststoffgehalt einzustellen. 

Auch ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist essenziell. Trinken Sie mindestens 1,5 bis 2 Liter Wasser am Tag. Flüssigkeit hilft, den Stuhl weich zu halten und erleichtert die Passage durch den Darm. Regelmäßige Bewegung hält nicht nur den Kreislauf in Schwung, sondern regt auch die Darmtätigkeit an. Schon 30 Minuten tägliche Aktivität wie Spazierengehen, Radfahren oder Schwimmen können einen großen Unterschied machen. Das Vermeiden von Rauchen reduziert Entzündungsrisiken, und das Einschränken des Alkoholkonsums schützt die Darmgesundheit. Übergewicht, besonders im Bauchbereich, sollte reduziert werden, um den Druck auf den Darm zu verringern.

Ernährung bei Divertikelkrankheit: Ballaststoffe und Darmgesundheit gezielt unterstützen

Während Hausmittel keine medizinische Behandlung ersetzen, können sie unterstützend wirken. Leinsamen und Flohsamenschalen sind reich an Ballaststoffen und fördern die Verdauung. Wichtig ist, sie immer mit ausreichend Flüssigkeit einzunehmen, um Verstopfung zu vermeiden. Pfefferminz- und Kamillentee können krampflösend und beruhigend wirken. Eine Wärmflasche oder ein warmes Bad können Bauchschmerzen lindern und für Entspannung sorgen. Bitte besprechen Sie die Anwendung von Hausmitteln mit Ihrem Arzt, insbesondere, wenn die Beschwerden regelmäßig bestehen.

Divertikelkrankheit vorbeugen: Tipps für eine gesunde Verdauung

Die Divertikelkrankheit und Divertikulitis sind weit verbreitet, besonders bei älteren Menschen. Doch Sie können viel tun, um vorzubeugen. Eine ballaststoffreiche Ernährung, ausreichende Flüssigkeitszufuhr und regelmäßige Bewegung sind die Schlüssel zur Darmgesundheit. Achten Sie auf Ihren Körper und scheuen Sie sich nicht, bei Beschwerden medizinischen Rat einzuholen. Mit kleinen Änderungen im Alltag können Sie aktiv Ihre Darmgesundheit fördern und möglichen Komplikationen vorbeugen.


Quellen: 

Mann mit kurzem Haar trägt einen dunklen Pullover mit Rundhalsausschnitt vor weißem Hintergrund

Volker Blasek

Volker Blasek ist Redakteur mit Schwerpunkt Gesundheit und Medizin. Er hat ein Studium zum Diplom-Redakteur abgeschlossen, außerdem eine Ausbildung als Gärtner sowie eine einjährige Zusatzausbildung auf einem Bio-Bauernhof. Seit über sieben Jahren beschäftigt er sich intensiv mit medizinischen und gesundheitsbezogenen Themen und hat bereits mehr als 3.000 Artikel in verschiedenen Medien veröffentlicht. Besonders gern schreibt er über Ernährung, medizinische Studien, Krankheiten und Symptome, Naturheilkunde und Pflanzen. In seiner Freizeit interessieren ihn Garten, Schwimmen, Kochen, vor allem asiatische Küche, das Bemalen von Miniaturen sowie das Reisen. Seine Lieblings-Reiseziele sind Südostasien und Griechenland.

 

 

Wichtiger Hinweis
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.