251112-gesundheits-beratungs-newsletter-dezember-schimmel-2-1920px breit.jpg

Schimmel in der Wohnung: 

Risiken, Maßnahmen und Vorbeugung

Schwarze Punkte an der Fensterfuge, muffiger Geruch hinter dem Schrank, feuchte Ecken im Bad: Schimmel ist kein Schönheitsfehler, sondern ein Hygienethema. Er entsteht da, wo Feuchtigkeit auf Nährboden trifft und kann bei empfindlichen Menschen Augen-, Nasen- und Atemwegsreizungen auslösen oder Allergien verstärken. Besonders wer Asthma, COPD oder ein geschwächtes Immunsystem hat, sollte genauer hinsehen und früh handeln. Die gute Nachricht: Mit klarem Vorgehen lassen sich Ursachen finden und kleine Schimmel-Stellen selbst entfernen. Wichtig dabei ist vor allem auch künftigen Befall zu vermeiden.
 

Wie Schimmel entsteht: Feuchtigkeit ist der „Motor“

Schimmelsporen sind überall. Ein sichtbarer Befall kann entstehen, wenn Oberflächen längere Zeit zu feucht sind: z. B. durch Leckagen (Dach, Rohrbruch, Wandrisse), kalte Außenwände, aber auch durch Alltagsfeuchte aus Duschen, Kochen oder Wäschetrocknen. Besonders hoch ist das Risiko, wenn schlecht gelüftet wird. In Innenräumen reicht lokal schon eine hohe Oberflächenfeuchte (≈ 80 % rel. LF) oder dauerhaft zu hohe Raumluftfeuchte, damit Schimmel wachsen kann. Poröse, cellulosehaltige Materialien wie Tapeten, Karton, Holz und Gipskarton sind gute Nährböden für Schimmel.
 

Gesundheitsrisiken: wer ist besonders betroffen?

Viele Menschen reagieren mit Schnupfen, juckenden Augen, Husten oder Verschlechterung von Asthma, wenn sie Schimmelsporen einatmen. Chronische Exposition kann Entzündungsmarker erhöhen; bei Allergie-Betroffenen und Personen mit vorbestehenden Atemwegserkrankungen sind Beschwerden oft stärker. „Schwarzer Schimmel“ (Stachybotrys chartarum) ist nicht per se gefährlicher als andere Arten, entscheidend ist die Dauer und Intensität der Exposition. Bei stark immungeschwächten Menschen sind auch Infektionen möglich. Ärztlich abklären lassen sollten Sie anhaltende Atemwegsprobleme. Es gibt spezielle Allergietests, um die Empfindlichkeit auf Schimmel zu testen.
 

Hotspots in der Wohnung: diese Räume sind besonders gefährdet

Bäder ohne Fenster, Küchen, Schlafzimmer und wenig beheizte Ecken (hinter Schränken an Außenwänden) sind klassische Problemzonen. Trifft feuchte Luft auf kalte Oberflächen, bildet sich Kondenswasser. In Kellern kann Sommerlüften sogar Feuchte eintragen: Warme Außenluft kühlt an kalten Wänden aus, Wasser schlägt sich nieder. Also besser frühmorgens lüften. Im Winter dagegen ist Stoß- und Querlüften besonders effektiv, weil kalte Außenluft beim Erwärmen viel Feuchtigkeit aufnehmen kann.
 

Schimmel sicher entfernen: Wann sollte ein Profi gerufen werden?

Als erstes sollte die Ursache für den Schimmel behoben werden (z.B. Leckage, Wärmebrücke, Lüftungsfehler), dann die befallenen Flächen sanieren. Gilt die Fläche als klein (Richtwert bis ≈ 0,25–0,5 m²), ist bei oberflächlichem Befall „Do-it-yourself“ vertretbar: harte, glatte Oberflächen mit Haushaltsreiniger und Wasser wischen, anschließend gut trocknen. Poröse Materialien (Tapeten, Gipskarton) am besten entfernen und entsorgen. Wichtige Schutzausrüstung: Handschuhe, Schutzbrille, Atemschutz mind. P2; Staubverwirbelung vermeiden, Abfälle in Tüten verschließen. Bei größerem Befall (ab ≈ 0,5–1 m²), tiefem Durchwuchs, Wasserschäden oder unklarer Ursache sollte eine zertifizierte Fachfirma beauftragt werden.

251112-gesundheits-beratungs-newsletter-dezember-schimmel-1920px breit.jpg

Schimmel-Prävention im Alltag: Heizen & Lüften richtig kombinieren

Ziel ist ein ausgewogenes Wohnklima mit ca. 18–22 °C Raumtemperatur und 40–60 % rel. Luftfeuchte. Dazu mehrmals täglich 5–10 Min. Stoß-/Querlüften; nach dem Duschen und Kochen sofort Lüften bzw. Abluft nutzen. Möbel mit Abstand (≈ 10 cm) zu Außenwänden stellen, Heizkörper und Thermostate nicht verdecken. Türen zu deutlich kühleren Räumen geschlossen halten; aber diese Räume nicht „auskühlen“ lassen (mind. 16 °C), sonst kondensiert Feuchte an kalten Flächen. Dichte der Fenster und Türen prüfen, ggf. abdichten. Ein Hygrometer gibt Auskunft über die relative Luftfeuchtigkeit.
 

Warnzeichen & Selbstcheck: wann Sie handeln sollten

Setzt sich muffiger Geruch fest, tauchen fleckige, flauschige oder schleimige Beläge (grau, schwarz, grün) an Wänden auf, oder beschlagen Fenster oft von innen? Dann systematisch prüfen: hinter Möbeln schauen, Fensterdichtungen, Silikonfugen, Außenwände und Nischen inspizieren, Luftfeuchte protokollieren. Als Faustregel gilt: Schimmel immer sofort entfernen, sobald er gesichtet wird. Gesundheitliche Beschwerden bei Kontakt mit Schimmel ärztlich abklären lassen. Wichtig für Mieterinnen und Mieter: Bei Schimmelbefall muss sofort der Vermieter informiert werden.
 

Ältere Menschen haben oft stärkere Auswirkungen durch Schimmelbefall

Mit zunehmendem Alter häufen sich chronische Atemwegserkrankungen; auch Medikamente (z. B. inhalative Steroide, Immunsuppressiva) können die Schleimhautsituation verändern. Wer viel Zeit in Innenräumen verbringt, profitiert doppelt von einem guten Wohnklima: Beschwerden durch Reizstoffe nehmen ab, die Schlafqualität verbessert sich, und Energie wird effizienter genutzt. Feste Lüftungszeiten (morgens, nach dem Kochen/Duschen, abends), ein günstiges Hygrometer am Lieblingsplatz, regelmäßiger Blick auf Fensterfugen und Außenwände, so bleibt Schimmel chancenlos.
 

Fazit: Schimmel ist oft vermeidbar

Schimmel entsteht immer dort, wo es feucht ist. Wer die Ursachen behebt, kleine Befälle schnell saniert, richtig lüftet und heizt sowie auf eine stabile relative Luftfeuchte sorgt, schützt seine Gesundheit und die Bausubstanz. Besonders in der kalten Jahreszeit sollte verstärkt auf ein gutes Raumklima geachtet werden. Starten Sie am besten heute, damit Sie auch morgen noch gut und vor allem schimmelfrei durchatmen können.
 

Quellen:


Über den Autor
Volker Blasek ist Diplom-Redakteur mit den Themenschwerpunkten Gesundheit und Medizin. Mit über 3000 veröffentlichten Beiträgen in verschiedenen Medien ist er ein erfahrener Fachmann auf seinem Gebiet. In seiner Freizeit widmet er sich gerne seinem Garten und liebt es, neue Reiseziele zu erkunden.


Wichtiger Hinweis
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.