Ein offenes Notizbuch mit einem silbernen Kugelschreiber. Auf der Seite steht 'Vorsorgeuntersuchung!' in blauer Schrift. Bunte Haftnotizen sind sichtbar.

Vorsorge-Check 2025:

Alle Kassenleistungen im Überblick

Viele Krankheiten verlaufen anfangs still. Vorsorgeuntersuchungen können unerkannte Risiken sichtbar machen, bevor Herz, Gefäße oder Organe Schaden nehmen. Das spart Leid und oft auch aufwendige Therapien. Trotzdem nutzen viele Menschen die Angebote nicht: Laut dem STADA Health Report gehen 25 % der Deutschen zu gar keinen Vorsorgechecks; nur 15 % sagen, sie nähmen alle relevanten Termine wahr. Viele wissen nicht, welche Untersuchungen sie zu welchem Zeitpunkt in Anspruch nehmen können und was von den Krankenkassen übernommen wird. Dieser Überblick zeigt verständlich die wichtigsten Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV).
 

Warum Vorsorge jetzt zählt

Bei der Früherkennung werden Krankheiten aufgedeckt, bevor Beschwerden auftreten. Das kann die Heilungschancen gravierend verbessern. Bei Darmkrebs kann durch das Entfernen der Vorstufen beispielsweise die Entstehung der Krankheit sogar verhindert werden. Gleichzeitig gilt: Nicht jede Untersuchung nützt jedem. In Deutschland übernimmt die GKV alle vom Gemeinsamen Bundesausschuss geregelten Früherkennungsuntersuchungen zuzahlungsfrei. Viele Kassen belohnen regelmäßige Vorsorge zusätzlich über Bonusprogramme.


Check-up: Was die Kasse zahlt

Der allgemeine Gesundheits-Check-up kann einmalig zwischen 18–34 Jahren in Anspruch genommen werden und ab 35 alle drei Jahre. Ziel: Risiken für Herz-Kreislauf, Diabetes oder Nierenerkrankungen früh erkennen. Bestandteil sind Anamnese, Untersuchung, Blutdruck, Labor (Fette, Glukose) und eine Beratung inklusive Präventionsempfehlung, etwa zu Bewegung oder Ernährung. Ab 35 gehört einmalig ein Screening auf Hepatitis B/C dazu.
 

Krebsfrüherkennung für Frauen: Gebärmutterhals & Brust 

Ab 20 bis 34 Jahren steht jährlich der PAP-Abstrich mit gynäkologischer Untersuchung an. Ab 35 erfolgt alle drei Jahre die Kombination aus Zytologie + HPV-Test („Ko-Testung“). Für die Brust gilt: ab 30 Jahren kann die Brustkrebsvorsorge durch Abtastung einmal jährlich durchgeführt werden, inklusive Anleitung zur Selbstuntersuchung. Das organisierte Mammographie-Screening lädt Frauen von 50 bis 75 alle zwei Jahre ein. Wichtig: Die obere Altersgrenze wurde erweitert. Seit 1. Juli 2024 konnten Frauen ab 70 bis 75 Jahren zunächst selbst Termine anfragen; seit Januar 2025 startet die meldebasierte Einladung dieser Altersgruppe schrittweise.
 

Männergesundheit ab 45: Prostata & Bauchschlagader

Männer erhalten ab 45 jährlich eine Krebsfrüherkennungsuntersuchung der Prostata sowie der äußeren Genitalien. Ab 65 kommt einmalig das Ultraschall-Screening auf Bauchaorten-Aneurysma hinzu, weil Männer hier ein deutlich höheres Risiko tragen.
 

Ein Arzt in blauer Arbeitskleidung mit einem Stethoskop um den Hals spricht mit einem älteren Mann. Der Arzt gestikuliert mit den Händen.

Darmkrebs ab 50: Stuhltest oder Darmspiegelung

Seit 1. April 2025 haben Frauen und Männer ab 50 denselben Anspruch: entweder alle zwei Jahre ein immunologischer Stuhltest auf verborgenes Blut oder zwei Früherkennungs-Koloskopien im Abstand von 10 Jahren. Wer die Spiegelung später startet, behält Anspruch auf Tests im Intervall. Organisierte Einladungen informieren und beraten in der Praxis. Bei der Darmspiegelung können Vorstufen (Polypen) direkt entfernt werden.

 

Hautkrebs-Screening ab 35: alle zwei Jahre

Ab 35 zahlen die Kassen alle 2 Jahre eine standardisierte Ganzkörper-Inspektion der Haut bei zugelassenen Ärztinnen und Ärzten. Neben Hautärzten besitzen auch viele Hausarztpraxen diese Zusatzqualifikation. Nutzen Sie den Termin, um Muttermale zu dokumentieren und die Selbstkontrolle zu üben. Bei auffälligem Befund folgt eine fachärztliche Abklärung.

 

Zähne im Blick

Für Erwachsene gilt die zahnärztliche Kontrolle zweimal jährlich. Als Nachweis für regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen kann ein Bonusheft geführt werden, entweder in Papierform oder als Teil der elektronischen Patientenakte. Durch lückenlose Eintragungen erhöht sich der Zuschuss der Krankenkassen für einen späteren Zahnersatz schrittweise auf 70 % nach fünf lückenlosen Jahren und auf 75 % nach zehn. Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) sind Zusatzangebote gegen eigenes Geld. Informieren Sie sich im Vorfeld über Nutzen und Alternativen sorgfältig.

 

STIKO-Impfungen: ein zentraler Vorsorgebaustein

Impfungen bleiben ein zentraler Vorsorgebaustein. Sie schützen vor schweren Verläufen und werden von den Kassen übernommen, wenn sie der STIKO-Empfehlung entsprechen. Lassen Sie den Impfpass beim nächsten Check-up prüfen, um mögliche Lücken zu schließen. Hier ein Überblick zu den STIKO-Empfehlungen:

  • Tetanus/Diphtherie (Td): Auffrischung alle 10 Jahre
  • Pertussis (Keuchhusten): einmalig im Erwachsenenalter
  • Influenza (Grippe): jährlich ab 60 Jahren
  • Pneumokokken: einmalige Impfung ab 60 Jahren
  • Herpes Zoster (Gürtelrose): zwei Dosen im Abstand von 2–6 Monaten ab 60 Jahren
  • RSV (Atemwegsvirus): einmalig empfohlen für alle ab 75 sowie für 60–74-Jährige mit definierten Risiken (z. B. schwere Herz-, Lungen-, Nieren- oder Stoffwechselerkrankungen)

 

Wichtig für 50+: die „Big Five“

Für die zweite Lebenshälfte sind fünf Bausteine entscheidend:

  1. der regelmäßige Check-up in der Hausarztpraxis (alle 3 Jahre)
  2. die Darmkrebsvorsorge ab 50 (Stuhltest alle 2 Jahre oder Koloskopie 2x in 10 Jahren)
  3. das Hautkrebs-Screening (alle 2 Jahre)
  4. die geschlechtsspezifische Krebsfrüherkennung (Frauen: Mammographie alle 2 Jahre; Männer: Prostata einmal pro Jahr)
  5. Impfstatus nach STIKO

Oft können Untersuchungen in der Hausarztpraxis gebündelt werden, um Wege und Zeit zu sparen. Ergänzend lohnt die Zahn-Prophylaxe fürs Bonusheft. Diese Leistungen sind Kassenstandard. 

 

Fazit: Vorsorge ist besser als Nachsorge

Vorsorge ersetzt nicht die Abklärung von Beschwerden. Treten Warnzeichen auf, suchen Sie unabhängig von der letzten Vorsorge-Untersuchung ärztlichen Rat. Dennoch rechnet sich die Vorsorge in vielen Fällen gesundheitlich, finanziell und nervlich. Starten Sie mit einem Check-up in der Hausarztpraxis und lassen Sie sich dort über weitere Angebote der Krankenkassen beraten. Denn Vorsorge ist immer besser als Nachsorge.

 

Quellen:

 

Über den Autor
Volker Blasek ist Diplom-Redakteur mit den Themenschwerpunkten Gesundheit und Medizin. Mit über 3000 veröffentlichten Beiträgen in verschiedenen Medien ist er ein erfahrener Fachmann auf seinem Gebiet. In seiner Freizeit widmet er sich gerne seinem Garten und liebt es, neue Reiseziele zu erkunden.


Wichtiger Hinweis
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.