Beine einer liegenden Person, die mit beiden Händen eine Wade umfasst

Wassereinlagerungen (Ödeme): Was sie sind und wie sie entstehen?

Wassereinlagerungen, medizinisch als Ödeme bezeichnet, sind ein häufiges Problem, das besonders ältere Menschen betrifft. Sie treten auf, wenn Flüssigkeit in das Gewebe austritt und dort verbleibt, was zu Schwellungen führt. Diese Schwellungen können an verschiedenen Körperstellen auftreten, sind jedoch oft an den Beinen, Knöcheln und Füßen am ausgeprägtesten. In diesem Artikel erfahren Sie alles Wichtige über die Ursachen, Symptome, Behandlungsmöglichkeiten sowie hilfreiche Tipps und Hausmittel gegen Wassereinlagerungen.

Symptome von Wassereinlagerungen: Woran erkennt man Ödeme im Körper?

Schwellungen an Beinen und Füßen begleitet mit einem Gefühl der Schwere treten besonders häufig an heißen Sommertagen auf. Hitze in Kombination mit langem Gehen, Stehen oder Sitzen kann die Füße und Beine anschwellen lassen. Solche Schwellungen sind zwar harmlos, können aber auch ein erstes Anzeichen für eine zugrundeliegende Erkrankung wie beispielsweise Venenschwäche sein.

Ursachen von Wassereinlagerungen: Warum entstehen geschwollene Beine, Füße und Knöchel?

Bei steigenden Temperaturen erweitern sich die Blutgefäße, um die Wärme besser abzugeben. Als Folge verlangsamt sich die Blutzirkulation und die Venen verlieren an Elastizität, wodurch Flüssigkeit leichter in das umliegende Gewebe austreten kann. Die Flüssigkeit sammelt sich an diesen Stellen an und kann nicht mehr über die Venen abtransportiert werden. Besonders häufig geschieht dies in den Beinen und Füßen.

Ödeme bei Schwellungen mit dem Fingerdrucktest erkennen

Eine einfache Methode, um festzustellen, ob es sich bei einer Schwellung um ein Ödem handelt, ist der Fingerdrucktest. Drücken Sie mit einem Finger mehrere Sekunden auf die Schwellung und lösen Sie den Druck wieder. Bleibt an der Stelle eine Vertiefung im Gewebe, die sich nur langsam wieder zurückbildet, ist dies ein Anzeichen dafür, dass es sich um ein Ödem handeln könnte. Verschwindet die Delle sofort wieder, ist die Schwellung wahrscheinlich auf andere Ursachen zurückzuführen, wie beispielsweise eine Entzündung.

Wann Schwellungen auf ernsthafte Ursachen hinweisen

Eine gelegentliche Schwellung bei heißem Wetter oder nach langem Gehen, Stehen oder Sitzen ist zunächst kein Grund zur Sorge. Treten die Schwellungen jedoch plötzlich oder häufig auf, klingen nicht wieder von allein ab oder werden von weiteren Beschwerden wie Schmerzen, ein starkes Hitzeempfinden in den betroffenen Gliedmaßen, Fieber, Kurzatmigkeit oder Brustschmerzen begleitet, sollte unbedingt eine ärztliche Abklärung erfolgen. Denn Wassereinlagerungen können viele unterschiedliche Ursachen haben und auf eine Grunderkrankung hinweisen, darunter:

  • Venenschwäche: Chronische venöse Insuffizienz führt oft zu Schwellungen in den Beinen.
  • Herzinsuffizienz: Wenn das Herz nicht effektiv pumpt, kann es zu einer Ansammlung von Flüssigkeit in den Beinen und anderen Körperteilen kommen.
  • Nierenprobleme: Erkrankungen der Nieren können dazu führen, dass der Körper überschüssige Flüssigkeit nicht richtig ausscheidet.
  • Lebererkrankungen: Leberzirrhose kann die Flüssigkeitsverteilung im Körper stören.
  • Medikamente: Einige Medikamente können Wassereinlagerungen verursachen, wie beispielsweise Medikamente gegen Bluthochdruck, nichtsteroidale Antirheumatika, Steroide, Östrogene, einige Diabetes-Medikamente (Thiazolidindione) sowie manche Medikamente gegen Nervenschmerzen.
  • Hormonelle Veränderungen: Schwangerschaft, Menopause oder die Einnahme von Hormonersatztherapien können ebenfalls zu Ödemen führen.
  • Thrombose: Ein Blutgerinnsel kann die Vene verstopfen und den Rückfluss des Blutes verhindern.
Mann mit nassem Oberkörper schwimmt im Wasser und streckt die Arme nach vorne

Was kann man gegen Wassereinlagerungen tun? Bewährte Tipps und Maßnahmen im Alltag

Regelmäßige Bewegung gehört zu den effektivsten Mitteln, um Wassereinlagerungen vorzubeugen. Besonders empfehlenswert sind Spazierengehen, Radfahren und Schwimmen. Gerade letzteres ist besonders gut geeignet, um Schwellungen aufgrund von Hitze entgegenzuwirken, denn das Wasser kühlt und der Wasserdruck wirkt wie ein natürlicher Kompressionsstrumpf. Weitere bewährte Maßnahmen zur Vorbeugung von Ödemen sind:

  • Ausreichend Wasser trinken: Je nach Temperatur zwei bis drei Liter am Tag. Dabei sollten Sie auf gezuckerte oder alkoholische Getränke verzichten.
  • Beingymnastik bei Wassereinlagerungen in den Beinen: Kreisende Bewegungen mit den Füssen und wiederholtes Anspannen der Wadenmuskeln können den Rückfluss verbessern.
  • Bequeme Kleidung und Schuhe bei geschwollenen Füßen und Knöcheln: Tragen Sie flache Schuhe, die nicht zu eng sind und weite, bequeme Kleidung, die nicht einschnürt.
  • Wechselduschen zur Entwässerung des Körpers: Abwechselnd warmes und kaltes Wasser kann die Durchblutung anregen und die Venenfunktion verbessern.
  • Hochlagern der Beine bei Wassereinlagerungen in den Beinen: Das Hochlegen der Beine über Herzhöhe für mehrere Minuten täglich kann den venösen Rückfluss verbessern und Schwellungen reduzieren.
  • Entwässernde Tees trinken gegen Wassereinlagerungen: Kaliumhaltige Tees, wie beispielsweise Brennesseltee, grüner Tee oder Johanniskrauttee können die Entwässerung fördern.
  • Salz reduzieren bei Wassereinlagerungen im Körper: Salz sorgt dafür, dass mehr Wasser in das Gewebe gepresst wird. Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt, maximal 5 Gramm pro Tag zu konsumieren.

Wann bei Wassereinlagerungen ein Arzt notwendig ist: Warnsignale richtig deuten

Treten die Wassereinlagerungen häufig auf, sollten Sie die Ursache ärztlich abklären lassen, um auszuschließen, dass eine Grunderkrankung für die Ödeme verantwortlich ist. Sie sollten umgehend ärztliche Hilfe suchen, wenn die Schwellung von weiteren Beschwerden begleitet wird, wie zum Beispiel:

  • Kurzatmigkeit oder Atemnot
  • Unregelmäßiger Herzschlag
  • Schmerzen in der Brust
  • Die Schwellung ist schmerzhaft, gerötet und klingt nicht wieder ab
  • Die betroffene Gliedmaße verfärbt sich bläulich oder rötlich
  • Die betroffene Stelle fühlt sich sehr warm oder kalt an


Quellen:

Mann mit kurzem Haar trägt einen dunklen Pullover mit Rundhalsausschnitt vor weißem Hintergrund

Volker Blasek

Volker Blasek ist Redakteur mit Schwerpunkt Gesundheit und Medizin. Er hat ein Studium zum Diplom-Redakteur abgeschlossen, außerdem eine Ausbildung als Gärtner sowie eine einjährige Zusatzausbildung auf einem Bio-Bauernhof. Seit über sieben Jahren beschäftigt er sich intensiv mit medizinischen und gesundheitsbezogenen Themen und hat bereits mehr als 3.000 Artikel in verschiedenen Medien veröffentlicht. Besonders gern schreibt er über Ernährung, medizinische Studien, Krankheiten und Symptome, Naturheilkunde und Pflanzen. In seiner Freizeit interessieren ihn Garten, Schwimmen, Kochen, vor allem asiatische Küche, das Bemalen von Miniaturen sowie das Reisen. Seine Lieblings-Reiseziele sind Südostasien und Griechenland.

 

 

Wichtiger Hinweis
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.