Reben mit reifen, blauen Weintrauben, die an einem sonnigen Tag in einem Weinberg wachsen. Im Hintergrund ist ein Weg und eine Landschaft sichtbar.

Weintrauben: 

Genuss für Herz & Zellen

Weintrauben sind nicht nur lecker, sondern auch prall gefüllt mit Nährstoffen wie Kalium, B-Vitamine sowie sekundäre Pflanzenstoffe. Vor allem die dunklen Sorten bringen Farbstoffe (Anthocyane) und Resveratrol mit, die als Antioxidantien freie Radikale abfangen. Das kann Zellen schützen, Entzündungen dämpfen und Herz-Kreislauf-Risiken günstig beeinflussen, wie zahlreiche Studien nahelegen. Erfahren Sie in diesem Artikel, warum Weintrauben in keiner gesunden Ernährung fehlen sollten.
 

Inhaltsstoffe & Nährwerte: was in Weintrauben steckt

Pro 100 g liefern Trauben je nach Sorte etwa 67 bis 73 kcal, rund 15 bis 16 g Kohlenhydrate, kaum Fett, ca. 1,5 g Ballaststoffe sowie etwa 190 bis 200 mg Kalium. Dazu kommen Calcium (10–20 mg), Magnesium (7–9 mg), etwas Eisen (\~0,4–0,5 mg) sowie B-Vitamine (B1, B6, Folsäure). Vitamin C ist ebenfalls in kleinen Mengen enthalten (ca. 4 mg/100 g). Die Farbstoffe der Schale und die Phenolsäuren zählen zu den sekundären Pflanzenstoffen mit antioxidativer Wirkung. Hier gilt: je dunkler desto mehr gesunde Pflanzenfarbstoffe sind enthalten. Denn die Anthocyane sind verantwortlich für die dunkle Farbe der Trauben.
 

Polyphenole & Resveratrol: warum dunkle Trauben punkten

Die besonderen bioaktiven Substanzen der Trauben sitzen in Schale und Kernen: Anthocyane und Flavonole in der Schale, oligomere Proanthocyanidine (OPC) vor allem im Kern. Resveratrol ist ein pflanzlicher „Abwehrstoff“ der Schale gegen Stress. Dunkle Trauben enthalten typischerweise mehr dieser Polyphenole als helle. Das erklärt, warum Säfte aus ganzen Trauben mehr Antioxidantien aufweisen als gefilterte Produkte und weshalb kernlose Tafeltrauben zwar bequem, aber polyphenolarmer sind.
 

Studienlage: was die Forschung über Trauben zeigt

Eine Übersichtsarbeit aus dem Fachjournal „Foods“ fasst zahlreiche Untersuchungen zusammen: Trauben und Trauben-Extrakte zeigen antioxidative, entzündungshemmende, mikrobiom-modulierende sowie potenziell kardioprotektive Effekte. In Tierstudien zeigten die Inhaltsstoffe der Traube sogar antidiabetische und antikarzinogene Wirkmechanismen. Zudem gibt es Hinweise in einer weiteren aktuellen Studie, dass die Inhaltsstoffe der Traube dem altersbedingten Muskelschwund entgegenwirken können.
 

Herz, Blutdruck & Stoffwechsel: Pluspunkte ab 50

Das Kalium in den Trauben hilft, überschüssiges Natrium auszuscheiden und unterstützt so die Blutdruckregulation. Gleichzeitig liefern Weintrauben Ballaststoffe, die das LDL-Cholesterin günstig beeinflussen können. Antioxidantien wie Resveratrol, Catechine, Quercetin und Anthocyane tragen zur Abwehr oxidativen Stresses bei; was wiederum relevant für Gefäße, Gehirn und Hautalterung ist. Darüber hinaus enthalten Trauben etwas Vitamin K sowie Mineralstoffe (Calcium, Magnesium), die zum Erhalt normaler Knochen beitragen. Das macht Trauben für viele Menschen in der zweiten Lebenshälfte besonders interessant. Wichtig ist jedoch an dieser Stelle, dass Trauben kein Wundermittel sind, sondern „nur“ ein Baustein einer gesunden Ernährung.
 

Inhaltsstoffe clever nutzen: OPC, Kerne & Traubenkernöl

Auch die Kerne der Trauben sind kleine Kraftpakete. Sie enthalten sogenannte Oligomere Proanthocyanidine (OPC), die als starke Antioxidantien bekannt sind und hauptsächlich in Traubenkernen vorkommen. Beim Entsaften ganzer Trauben geht ein Teil in den Saft über; kaltgepresstes Traubenkernöl bringt viele mehrfach ungesättigte Fettsäuren mit, die das Blutfettprofil günstig beeinflussen können. Für den Alltag heißt das: Am besten Trauben mit Kernen genießen, Traubensaft aus ganzen Trauben trinken und den Salat mit einem Schuss Traubenkernöl abschmecken.

Grüne Trauben in einer Holzschüssel, daneben ein Holzbrett mit Käse, einem Messer, Honig im Glas und Walnüssen.

Was sollte beim Verzehr von Trauben beachtet werden?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung rät dazu, rund 250 Gramm Obst pro Tag zu essen. Trauben haben jedoch einen relativ hohen Fruchtzuckeranteil und können den Blutzucker anheben. Am besten kombiniert man sie daher mit Joghurt, Quark oder Nüssen, um Blutzuckerspitzen beim Konsum abzuflachen. Das gilt besonders für Menschen mit Diabetes. Betroffene mit Fructose-Intoleranz sollten Trauben meiden. Der Verzehr kann bei empfindlichen Personen zu Blähungen oder Durchfall führen.
 

Praxisnutzen: Ideen für mehr Trauben in der Ernährung

Trauben sind vielseitig: als Beilage zu Käse, im Hähnchen-Salat, im Bulgur- oder Linsensalat, in Porridge, Joghurt, Müsli oder Quark. Einen Extra-Kick an Bioaktiva liefert eine Kombination aus roten/blauvioletten Trauben mit Walnüssen und Rucola. Im Smoothie sorgt ein Löffel Traubenkernöl für feines Aroma und ungesättigte Fette. Rosinen liefern zwar Calcium, sind aber sehr zuckerreich.
 

Ist Rotwein wirklich gesund?

Das bekannteste Getränk aus Trauben ist wohl der Rotwein. Eine aktuelle systematische Übersichtsarbeit zerlegt die alte Weisheit „ein Glas Rotwein am Tag verlängert das Leben“. Demnach zeigte moderater Alkoholkonsum keine Lebensverlängerung. Die Autorinnen und Autoren betonen zudem mögliche Risiken wie ein erhöhtes Krebsrisiko und erinnern daran, dass kein risikofreies Niveau für Alkohol existiert. Fazit für die Praxis: Nicht „für die Gesundheit“ trinken, sondern allenfalls für den Genuss. Wer die gesunden Inhaltsstoffe nutzen möchte, greift besser zur unverarbeiteten Traube oder zum Traubenkernöl und verzichtet auf die Alkohollast.
 

Fazit: Trauben sind ein smarter Genuss

Trauben sind ein smarter Genuss für 50+: Kalium, Ballaststoffe und Polyphenole unterstützen Herz, Gefäße und Zellen. Wer den maximalen Effekt nutzen will, wählt dunkle Sorten mit Kernen und trinkt Traubensaft aus ganzen Trauben statt Rotwein. Greifen Sie jetzt zu: Die Traubensaison in Deutschland geht von August bis Oktober.

 

Quellen:

 

Über den Autor
Volker Blasek ist Diplom-Redakteur mit den Themenschwerpunkten Gesundheit und Medizin. Mit über 3000 veröffentlichten Beiträgen in verschiedenen Medien ist er ein erfahrener Fachmann auf seinem Gebiet. In seiner Freizeit widmet er sich gerne seinem Garten und liebt es, neue Reiseziele zu erkunden.


Wichtiger Hinweis
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.